Funded by the VolkswagenFoundation

The Zoomorphology of Gestures

ZOOGESTURES brings together philosophical, anthropological, archaeological and primatological expertise to pry open the field of interspecies gestural studies in the hope to disclose a radically novel perspective on human technological origins and processes of technical innovation, adoption and adaptation. We argue it is an unknown unknown of interdisciplinary research on the evolution of technology that early technological niches are possibly co-constructed by humans and other animals, with salient animal others serving as model organisms to learn, translate and scaffold technical action. To address this, we suggest attention needs to be paid to the overlooked role of technical gestures in interspecies evolutionary dynamics. The project develops a new theoretical framework to achieve this aim, drawing on and reworking ideas across the anthropology and philosophy of technology, animal studies, the ecological and behavioural sciences and nascent Indigenous perspectives, defining technical gestures, co-learning communities and hybrid novelty at the human-animal nexus; it probes into archaeological and Indigenous/oral history records to for the first time identify and examine candidate historical cases of gesture-mediated multispecies technology, and conducts primatological fieldwork with wild sympatric primates in Africa to initially explore their attentional foci beyond species boundaries and to devise ecological experiments testing for the impact of novel gestural stimuli. 
 

DFG-Projekt

Kultur, Praxis, Technik

Das Projekt »Kultur, Praxis, Technik: Zur Grundlegung der internationalen Technikanthropologie in der Durkheimschule« hat zum Ziel, Technikphilosophie und Anthropologie auf der Grundlage einer wissenschaftshistorischen Analyse systematisch aufeinander zu beziehen. Das philosophiehistorische Anliegen der Rekonstruktion der Genese und Entwicklung des Kategorienprojekts der Durkheimschule und deren Wirkung auf die europäische Geistesgeschichte wird mit dem systematisch-epistemologischen Interesse daran, wie gesellschaftliche, technische und semantische Formationen das Denken prägen, verbunden. Dabei konzentriere ich mich auf den inhärenten Zusammenhang von Epistemologie, Techniktheorie und Anthropologie, wie er in der Durkheimschule entwickelt, in der Ausbildung der Wissenschaftsformationen im 20. Jahrhundert systematisiert und in den neueren Science and Technology Studies (STS) radikalisiert wurde.

Abgeschlossenes DFG-Projekt

Handlung, Operation, Geste: Technologie als interdisziplinäre Anthropologie

Die gegenwärtige Debatte über das Verhältnis von Natur, Kultur und Technik wird in diesem Projekt anhand einer philosophischen Begriffsgeschichte der Begriffe Handlung, Operation und Geste bearbeitet. Das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt, das wesentlich durch körperliche, instrumentelle und maschinelle Techniken vermittelt ist, steht im Zentrum der Untersuchung, die ihren Ausgang vom technikanthropologischen Moment der französischen Anthropologie nimmt: der homo faber-Debatte. In Rückgriff auf Mauss’ These, der Körper sei das erste technische Instrument, verschob sich der Fokus innerhalb der französischen Technikanthropologie auf die Frage, wie sich in technischen Objekten menschliche Gesten konstituieren und Operationsketten bilden. Über die Rückführung technischer Objekte auf Gesten sollen Artefakte, Werkzeuge und technische Objekte in ihren ursprünglichen Praxiszusammenhang gestellt, zugänglich gemacht und dadurch verstanden werden. Dies ist bemerkenswert, weil es nur auf Grundlage einer Epistemologie und Ontologie möglich wird, die in den gegenwärtigen Sozial- und Kulturwissenschaften kontrovers diskutiert wird, deren philosophiehistorischen Hintergründe jedoch nur unzureichend aufgearbeitet wurden. Die Kontroverse lässt sich bis in die Anfänge der modernen Sozialwissenschaften zurückverfolgen und entzündet sich am Bergsonschen Begriff des homo faber. Während Durkheim und seine Schüler die Genese der menschlichen Vernunft auf das Soziale zurückführen, verortet Bergson die Genese der Vernunft im Umgang mit der Materie: Der Mensch stellt, indem er die Materie ordnet, einteilt und handhabbar macht, materielle und intellektuelle Werkzeuge her. In Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Technikanthropologie wird das Projekt daher 1) die homo faber-Debatte anhand der Begriffe Handlung, Operation und Geste rekonstruieren, 2) den Bedeutungswandel dieser Begriffe herausarbeiten sowie 3) die in den einzelnen Schritten dieses Wandels häufig impliziten, sich transformierenden ontologischen Vorannahmen thematisieren, um nach den Möglichkeitsbedingungen einer Interdisziplinären Anthropologie zu fragen. Vor diesem Hintergrund wird eine neue Tiefenperspektive auf das Verhältnis von Technik und Gesellschaft gewonnen: Menschliche Handlungsmacht soll weder auf unpersönliche agency reduziert, noch soll das rekursive Potential der technischen Netzwerke, in die sich menschliche Handlungen notwendig einschreiben, unterschätzt werden. Dieses Projekt versucht so, dem Anspruch der Technologie als Humanwissenschaft in der Tradition von Mauss und Haudricourt gerecht zu werden. Dieses Technologieverständnis soll mit dem bei Simondon angelegten Impetus eines technologischen Humanismus in einer interdisziplinären Anthropologie – diesseits von Technophobie oder Technophilie – zusammengeführt werden. Die drängenden Fragen des (Selbst-)Verhältnisses des Menschen zu seinen technischen und nicht-technischen Umwelten können so neu gestellt und aktualisiert werden.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.